Arbeiten mit Medien, um allenfalls Resonanz in der Fachöffentlichkeit zu finden

Dass es den meisten ProjektemacherInnen wichtig ist, in der Fachöffentlichkeit eine Resonanz für ihre Arbeit zu finden, ist niemandem zu verübeln. Das auch wirklich zu erreichen, ist ohnehin schwierig genug. Ob, wie und in welchem Ausmaß du PR für dein Projekt machen willst, musst du schon selbst wissen. Wichtig ist, dass du den Aufwand dafür nicht übertreibst, denn Berichterstattung über dein Projekt sollte eine nette Begleiterscheinung sein (egal, ob die Resonanz wohlwollend oder kritisch ausfällt), aber nicht der vorrangige Zweck deiner Arbeit. Es sei denn, du agierst als „Kommunikations-Guerilla“, um Institutionen über provokante Aktionen zu kritisieren. Dann allerdings sind die bislang genannten Punkte im Handlungsmodus, „mit Beteiligten“ ohnehin weniger zentral.

Aus der Sicht von Medien besteht deine Zielgruppe in der Regel aus „Laien“. Achte daher auf einen respektvollen Umgang von MedienvertreterInnen mit jenen Menschen, die konkret an deinem Projekt beteiligt sind, etwa im Rahmen von Interviews. Akzeptiere aber gleichzeitig, dass du die medial verarbeiteten O-Töne und Wortspenden nur sehr eingeschränkt kontrollieren kannst. Es geht also darum, den Menschen rund um dein Projekt verständlich zu machen, dass der Besuch von Journalisten durchaus willkommen ist, aber nicht der Höhepunkt des Projekts sein sollte. Und dass sie danach auf dem Boden bleiben sollten.

Führe die Zielgruppe, mit der du arbeitest, nicht vor; und instrumentalisiere Menschen nicht als StellvertreterInnen für (deine eigenen) politischen Botschaften. Insbesondere im Umgang mit gesellschaftlichen Randgruppen kommst du leicht in das Fahrwasser, der (Medien-)Öffentlichkeit eine wie auch immer definierte Gruppe von „Opfern“ zu präsentieren. Und dies auch und gerade dann, wenn du viel unternimmst, um die inhaltlichen Aktivitäten ins Zentrum zu stellen und nicht etwa die Merkmale einer Gruppe oder von Einzelnen. Denn möglichst plakativer „Sozialvoyeurismus“  ist für viele Medienformate ein gefundenes Fressen. Z.B. wollen JournalistInnen gerne Personen und deren (Leidens-)Geschichten vorstellen – und erst in zweiter Linie dein hoffentlich ambitioniertes Projekt. Zumeist ist damit weder deinen AdressatInnen noch deinem Projekt wirklich gedient.

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