Arbeiten mit dem institutionellen Umfeld („Stakeholder“)

Wenn du mit einer bestimmten Zielgruppe arbeitest, versuche, zumindest die wichtigsten Player und Institutionen im Umfeld dieses speziellen Adressatenkreises ausfindig zu machen und einzubinden. Im positiven Sinn: Finde Verbündete! Im negativen Sinn: Nicht nur hierzulande finden z.B. einschlägige Institutionen erstaunlich viele Wege, um dich mit deinem Projekt „im Kreis herum zu schicken“, wenn du sie nicht über dein Vorhaben informierst. Mehr verlangen sie oft ohnehin nicht.

Auch wenn du dich quasi selbst beauftragt hast, wird es „Stakeholder“, also Interessierte geben, die dir das Leben leichter oder schwerer machen könnten: Menschen aus Institutionen, Behörden, eventuell das politische Umfeld, Anrainer u.a.m. All diese Leute können auch ein interessiertes Publikum darstellen. Es ist überhaupt nicht schädlich, sich in der Planungsphase eine ungefähre Übersicht über potenzielle StakeholderInnen und deren wahrscheinliche Interessen zu verschaffen.

Meist gibt es „TüröffnerInnen“, die dir den Zugang ins Feld und die ersten Kontakte verschaffen. Wenn deine Zielgruppe zum Teil institutionell betreut oder vertreten wird, sind das oft professionelle BetreuerInnen: LehrerInnen, SozialarbeiterInnen, Vorgesetzte, LokalpolitikerInnen, UnternehmerInnen, Betriebsräte, Mieterbeiräte u.a.m. Aber auch im freien Raum (z.B. Jugendliche im Park) finden sich InformantInnen und VermittlerInnen. Oftmals wissen sie viel und sind enorm hilfreich. TüröffnerInnen haben ihre eigenen Interessen, und das ist auch okay so. (Das haben deine Zielgruppen natürlich auch.). Es geht ihnen um Reputation, Arbeitserleichterung, Möglichkeiten etwas Interessantes zu tun, ein ruhiges Leben zu haben usf. … Das musst du gar nicht bewerten, aber du kannst es nutzen.

Sofern es in deinem Projekt AuftraggeberInnen / Sponsoren oder anderweitig beteiligte Institutionen gibt, kläre am Beginn deiner Arbeit soweit möglich / bekannt die relevanten Rahmenbedingungen ab (Rechte, Pflichten, Bezahlung, Verwertung usf.). Die Hoffnung, dass sich aufgrund der guten Stimmung am Beginn offene Punkte später schon klären lassen würden, ist oft trügerisch. Im Gegenteil: weil z.B. engagierte Projekte im Kontakt mit „Stakeholdern“ selten völlig konfliktfrei ablaufen, sind anfangs nicht geregelte Fragen später ein willkommener Anlass, dich und dein Projekt wieder loszuwerden.

Achte insbesondere dann, wenn du mit Unternehmen / professionellen Organisationen arbeitest, auf eine Dotierung deiner Arbeit. Nicht alle, aber die meisten ProjektemacherInnen präferieren verständlicherweise eine finanzielle Abgeltung. Aber auch Zusagen für Sachspenden, Zugang zu Zielgruppen, Gelegenheiten für Präsentationen bis hin zur Verleihung von Auszeichnungen (Corporate Social Responsibility…) u.a.m. haben einen realen und außerdem einen symbolischen Wert. Warum das wichtig ist? Insbesondere in den meisten Unternehmen gilt weiterhin der Grundsatz: „Was nichts kostet, ist nichts wert!“ Dementsprechend gering ist dann die Unterstützung der Verantwortlichen gegenüber deinem Projekt und du scheiterst nicht so sehr am aktiven Widerstand, sondern am Desinteresse. Das bedeutet auch: frühzeitig und eigeninitiativ die Verantwortlichen einbinden (das sind oft die Chefitäten der TüröffnerInnen). Achte darauf, dass der einmal aufgebaute Kontakt nicht abbricht. Mit der Häufigkeit von Treffen musst du es dagegen nicht übertreiben, so viel Zeit für dich haben die „Wichtigen“ dieser Welt ohnehin nicht.

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